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TOUS LES TÉMOIGNAGES

Das Gesetz

Wir haben am 31.März letzten Jahres geheiratet. Mein Mann stammt aus Kamerun, ich bin Französin. Wir kennen uns seit zwei Jahren. Wir haben bei der Präfektur eine Aufenthaltserlaubnis beantragt, aber sie wurde abgelehnt. Man sagte uns, mein Mann sei mit einem...

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Christelle et Alain

Wir haben am 31.März letzten Jahres geheiratet. Mein Mann stammt aus Kamerun, ich bin Französin. Wir kennen uns seit zwei Jahren. Wir haben bei der Präfektur eine Aufenthaltserlaubnis beantragt, aber sie wurde abgelehnt. Man sagte uns, mein Mann sei mit einem Geschäftsvisum eingereist, und dies sei nicht korrekt. Wir haben daraufhin Einspruch erhoben, aber der wurde ebenfalls abgelehnt. Heute bleibt uns nur die Möglichkeit, einen Brief an den Präfekten zu schreiben, weil wir schon seit 6 Monaten verheiratet sind und mein Mann ganz legal nach Frankreich eingereist ist. Er darf nicht arbeiten, obwohl man ihm einen Job angeboten hat. Angesichts dieser Probleme verliere ich manchmal den Mut, aber ich weiß, dass unsere Liebe schließlich alle Hindernisse überwinden wird. Und allen Paaren, denen es wie uns ergeht, möchte ich sagen: Haltet durch, Hartnäckigkeit macht sich auf jeden Fall bezahlt.    

Quelle: www.mariagemixte.com

Die Grenze

Ich wurde vor zweieinhalb Jahren verschleppt, obwohl ich seit dem Alter von 6 Jahren legal in den USA gelebt hatte. Dabei wurde ich von meiner Frau getrennt. Wir sind immer noch verheiratet, und im nächsten Juli ist unser 22. Hochzeitstag. Als ich verschleppt wurde,...

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Anonym

Ich wurde vor zweieinhalb Jahren verschleppt, obwohl ich seit dem Alter von 6 Jahren legal in den USA gelebt hatte. Dabei wurde ich von meiner Frau getrennt. Wir sind immer noch verheiratet, und im nächsten Juli ist unser 22. Hochzeitstag. Als ich verschleppt wurde, dachten wir zunächst, dass wir diese Trennung ertragen würden und dass es mir bald gelingen würde, legal in die USA zurückzukehren. Vor zwei Jahren starb die Mutter meiner Frau Martha. Beide standen sich sehr nahe, und Martha war verzweifelt. Sie erwartete von mir, dass ich ihr in diesem  schmerzlichen Augenblick zur Seite stehe, aber das war ja nicht möglich. Sie war wütend und fühlte sich von mir in Stich gelassen. So  beschloss sie, ein neues Leben zu beginnen. Sie wollte nicht mehr mit mir reden, und seit zwei Jahren haben wir kaum noch Kontakt zueinander. Aber bei jedem Gespräch fragt sie mich, wann ich nach Hause zurückkehren würde. Sie sagt mir, sie bräuchte mich, ich sei die große Liebe ihres Lebens. Genau das empfinde ich meiner Frau gegenüber. Wir sind beide immer noch verliebt, aber eine stählerne Grenze trennt uns voneinander.     

 

Das Gesetz

Wir haben uns am 2. Mai das Ja-Wort gegeben – er ist Kameruner, ich bin Französin. Aber zuvor, im April, haben wir im Rathaus von Reims das Aufgebot bestellt. Ein paar Tage später werden wir von der Polizei vorgeladen. Wir gehen ganz ahnungslos hin, ohne zu wissen,...

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Anonym

Wir haben uns am 2. Mai das Ja-Wort gegeben – er ist Kameruner, ich bin Französin. Aber zuvor, im April, haben wir im Rathaus von Reims das Aufgebot bestellt. Ein paar Tage später werden wir von der Polizei vorgeladen. Wir gehen ganz ahnungslos hin, ohne zu wissen, was sie von uns wollen. Ich werde als Erste verhört und muss indiskrete Fragen über mich ergehen lassen. Dann ist mein Mann an der Reihe, und zwei Minuten später sagt mir ein Inspektor, man würde ihn in Polizeigewahrsam nehmen.

Damit begannen für uns die Probleme. Wir mussten uns einen Anwalt nehmen und zweimal vor Gericht erscheinen, das erste Mal in Reims. Bis zum zweiten Urteil durfte mein Mann auf freiem Fuß bleiben, aber wir mussten uns jeden Morgen um 9 Uhr bei der Polizei melden. Die zweite Verhandlung fand in Chalons-en-Champagne statt, und die Behörden hatten schon einen Flug reserviert, für den 18.April 2007 um 6 Uhr 30. Mein Mann wurde abgeschoben, weil er angeblich keine gültigen Papiere hatte.

Das war für mich ein echter Dolchstoß ins Herz. Ich bin ihm zwei Wochen später nachgereist und wir haben in Kamerun (Duala) geheiratet, aber damit war das Problem nicht gelöst, denn ein Jahr nach unserer Hochzeit ist unsere Ehe in Frankreich immer noch nicht anerkannt. Ich möchte aber sagen, dass man nie aufgeben darf, denn die Liebe ist stärker als die Justiz, und eines Tages werden wir glücklich zusammenleben und eine Familie gründen können.

Quelle : www.mariagemixte.com

Die Religion

Ich bin 26 Jahre alt, tunesisch stämmige Französin und Muslimin. Seit zwei Jahren habe ich eine intensive Liebesbeziehung zu Simon, einem 28-jährigen Franzosen und Atheisten. Sechs Monate nach Beginn dieser Beziehung „durchsuchte“ meine Mutter nach einem Streit...

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Arwa

Ich bin 26 Jahre alt, tunesisch stämmige Französin und Muslimin. Seit zwei Jahren habe ich eine intensive Liebesbeziehung zu Simon, einem 28-jährigen Franzosen und Atheisten.

Sechs Monate nach Beginn dieser Beziehung „durchsuchte“ meine Mutter nach einem Streit mein Handy. Dabei entdeckte sie nicht nur, dass ich einen festen Freund habe, sondern auch, dass ich mit ihm schlafe.

Meine Eltern waren geschieden und ich wohnte damals bei meinem Vater. Sie erzählte ihm alles. Nach zehn Jahren Konflikt war das ihr erstes Telefongespräch, bei dem sie sich nicht gestritten haben !

Mein Vater und ich standen uns sehr nahe, und er fragte mich, ob ich noch Jungfrau sei. Ich wollte meine Beziehung zu Simon nicht mehr verheimlichen und ihn auch nicht anlügen. So sagte ich ihm die Wahrheit.

In diesem Augenblick habe ich meine Familie nicht wiedererkannt. Unter Tränen stürzte mein Vater in die Küche, um ein Messer holen: „Ich werde dich töten und dann wird das weiße Tuch, auf dem du sitzt, sofort rot.‘

Ich hatte mein Todesurteil unterschrieben. Mein Bruder versperrte meinem Vater den Weg in die Küche, meine Stiefmutter und meine Schwester weinten…so als wäre ich gestorben. Und doch bin ich immer noch da.

Dann rief meine Schwester meine Mutter an, und sie organisierten in einer Mac Donalds-Gaststätte ein improvisiertes Familientreffen. Während der Fahrt dorthin wurde ich von meinem Vater und meinem Bruder fortlaufend beschimpft.

Sie zwangen mich, ihnen alles über meine sexuellen Beziehungen zu erzählen, wie oft, mit wie vielen Männern, wann ich es zum ersten Mal gemacht hätte…Fragen, bei denen man sich vor sich selbst ekelt. Und das vor allen Leuten. Ich musste auch meinen Freund anrufen, damit er dasselbe Verhör über sich ergehen lässt. „Wenn er nicht kommt, dann liebt er dich nicht,“ sagte meine Mutter.

Ich flehte meinen Vater an, mich nicht zu meiner Mutter zu schicken, denn sie hat mich schon von klein auf geschlagen, ganz abgesehen von den Demütigungen, die ich schon als Kind erdulden musste.

Aber mein Vater hat weder mit mir geredet noch mich angeschaut. Ich musste meine Koffer packen und zu meiner Mutter ziehen.

Eine Woche lang hat mich meine Mutter dann beschimpft und gedemütigt.

Ich nutzte eine dreitägige Weiterbildung aus, um morgens ein paar Sachen mitzunehmen. Simon kam mit einem leeren Sack vorbei, und ich steckte alles hinein, was ich mitgenommen hatte. So ging es drei Tage lang. Am letzten Abend ging ich nicht heim, sondern nahm von meiner Mutter per SMS Abschied und sagte ihr, sie solle nicht versuchen, mich zu finden.

Einen Monat nach meiner Flucht sah mich mein Bruder in einer Bäckerei. Es war in einer Stadt, in der wir früher wohnten. Er lauerte mir auf, griff mich an und schlug mich krankenhausreif.

Im Krankenhaus erfuhr ich noch am gleichen Tag, dass meine Familie im Wartesaal sitzt. Aber Simon, der vor ihnen gekommen war, floh mit mir durch eine Hintertür, mit Hilfe einer verständnisvollen Krankenschwester.

Sieben Monate lang wohnte ich bei den Eltern meines Freunds und wurde gleichzeitig psychotherapeutisch behandelt. Nach einigen Gelegenheitsjobs fand ich eine Stelle in einer Redaktion und gewann wieder neues Selbstvertrauen.

Obwohl man mir in Tunesien eine Stelle als Journalistin angeboten hat, werden Simon und ich nächsten Monat zusammenziehen.

Heute läuft immer noch eine Klage gegen meinen Bruder. Was meine Mutter anbetrifft, habe ich mehrmals versucht, mich mit ihr zu versöhnen, aber sie hat mich immer nur beschimpft. So rede ich jetzt weder mit ihr noch mit meinem Bruder.

Hin und wieder melde ich mich bei meinem Vater und bei meiner Schwester, aber dann rede ich nicht über Simon und sage ihnen auch nicht, wo ich jetzt lebe.

Die Tradition

Mein Mann und ich sind in zwei verschiedenen Deutschen Republiken geboren. Sein Land existiert heute nicht mehr, unser gemeinsames aber schon. Wir habe uns während meines Studiums und seiner ersten Berufsjahre im Westen kennengelernt. Auch, wenn man meinen könnte,...

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Anonym

Mein Mann und ich sind in zwei verschiedenen Deutschen Republiken geboren. Sein Land existiert heute nicht mehr, unser gemeinsames aber schon. Wir habe uns während meines Studiums und seiner ersten Berufsjahre im Westen kennengelernt.

Auch, wenn man meinen könnte, dass wir aus dem gleichen kulturellen Umfeld, Deutschland, kommen, gab es Schwierigkeiten. Seine Familie hatte starke Vorbehalte, ob ich mich wie eine in Ihren Augen typische westliche Tussi verhalten werde, eine Besserwessi eben. Meine Eltern hingegen hatten die Sorge, dass ich einen durch ein ihnen fremdes System traumatisierten Mann an meiner Seite habe.

Unsere Beziehung war letztlich stärker als alle Vorurteile und tatsächlichen Unterschiede. Jedoch haben die beiden Familien bis heute ein sehr unterkühltes Verhältnis zueinander.

Das Geschlecht

"Scheiss Schwuchtel! Du bekommst auf´s Maul!" Diesen plakativen Satz habe ich in meinen späten Teeniejahren und anfänglichen 20ern des öfteren gehört. Und zu der Ankündigung kam es dann auch. Natürlich hat sich nie jemand von denen getraut allein auf mich loszugehen,...

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Anonym

"Scheiss Schwuchtel! Du bekommst auf´s Maul!" Diesen plakativen Satz habe ich in meinen späten Teeniejahren und anfänglichen 20ern des öfteren gehört. Und zu der Ankündigung kam es dann auch. Natürlich hat sich nie jemand von denen getraut allein auf mich loszugehen, sondern sie sind immer in einer Gruppe auf mich los. Auslöser war wahrscheinlich, dass ich nicht wirklich versteckt habe, dass ich schwul bin. Dies war jetzt kein rebellisches mutiges Aufbegehren, sondern ganz simpel einfach ich zu dem Zeitpunkt. Wenn ich mich mit heterosexuellen Freunden unterhalte, waren und sind diese teilweise erstaunt, dass dies im "modernen" Deutschland passiere. Naja, passiert vielleicht auch nicht jedem (aber ich denke vielen). Solche Androhung und ggf. Umsetzung von Gewalt ist zumindest klar erkennbar und zuzuordnen, schlimmer ist dann doch die eher versteckte Diskriminierung. Als Pädagoge, der ich bin, ist die Angst der Eltern und teilweise auch der Jugendlichen, dass ich ein Pädophiler sei. Dies verhinderte einmal den Aufstieg zur Leitung, wie mir vertraulich von einer im Beirat sitzenden erzählt wurde. Ein anderes Mal hatte es eine radikale Christin (sie war eine Kollegin bei einer anderen Arbeitsstelle) sich zum Ziel gesetzt, mich aus dem Job zu mobben, oder zumindest daraus Vorteile zu schlagen. Ohne je mit mir gesprochen zu haben ging sie zu meinen Vorgesetzten und erzählte ich würde sie permanent bewusst ausgrenzen und erniedrigen. Die hat daraufhin 6 Monate (sic!) bezahlte Beurlaubung bekommen, damit ihr Vertrag auslaufen konnte. Zudem ist es immer noch schwer sich offen schwul in der Pädagogik zu geben, da in den Köpfen vieler Menschen schwul=pädophil heißt. Also eigentlich meinen sie damit, dass ich und andere meiner Art alles männliche bespringen, was nicht rechtzeitig vor mir geflohen ist.

Aber ich bin trotzdem zufrieden als Schwuler in Deutschland zu leben, da ich hier wenigstens die Möglichkeit habe mich zu äußern und es in Minimalschritten besser wird für die LGBTI-Community. Und ich verbringe zum Glück nicht meine Tage mit verstecken und heulen oder schlimmer noch mit gebrochenen Knochen und Seele.

Es wird (eventuell) besser!